Der Einfluß der Besucherverweildauer auf die Suchmaschinenplatzierung
Die großen Suchmaschinen wie Google geben ja bekanntlich absichtlich wenig Informationen über ihre Funktionsweise heraus. Das hat den Grund, dass Suchmaschinenoptimierer nicht nachvollziehen sollen, wie die Bewertungskriterien für die Platzierungen der Suchergebnisse sind, denn eine Suchmaschinenoptimierung wäre dann recht einfach.
Macht man sich über die Funktionsweise von Suchmaschinen Gedanken, dann stößt man auf Gegebenheiten, wo man sich denkt “das kann einfach nur so sein”.Â
So ist das mit dem Thema Verweildauer auf den Webseiten. Bereits seit 2003 vertreten wir die Auffassung, dass Google die Verweildauer eines Besuchers auf den Webseiten misst. Wir gehen davon aus, dass es drei Methoden gibt, dies festzustellen.
- Die Zeitdifferenz zwischen dem Besuch zweier Suchergebnisse.
Nehmen wir an, ein Benutzer der Google Suchmaschine bekommt bei der Suche nach einem Suchbegriff eine Seite mit den ersten 10 Suchergebnissen angezeigt. Er klickt auf das Suchergebnis an Position 1, weil ihm der Vorschautext anspricht. Dann schaut er sich die Seite 10 Sekunden an und stellt fest, “das ist es nicht“. Nun klickt er zurück zur Google Suche und dann auf  Suchergebnis an Position 2. Das interessiert ihn schon mehr, dort hält er sich 1 MIn. 40 Sekunden auf, bevor er mit der Rückwärtstaste wieder zu der Google Suchergebnisseite zurück kehrt. Nun klickt er auf Suchergebnis an Position 3. Dort findet er nach was er gesucht hat und kehrt nun überhaupt nicht mehr zur Google Suche zurück.
Es ist nun für die Google Technik einfach, die Zeitdifferenzen zwischen den Seitenbesuchen zu messen.
Beim ersten Suchergebnis hat sich der Suchende nur 10 Sekunden aufgehalten. Ergebnis: Er war wohl nicht zufrieden mit dem Suchergebnis.
Beim zweiten Suchergebnis hielt er sich 1 Min. 40 Sekunden auf. Das bedeutet, er hat sich mit der Seite beschäftigt. Ergebnis: Die Seite hat Relevanz zum Suchbegriff.
Beim dritten Ergebnis ist der Suchende nach seinem Besuch nicht mehr zu Google zurückgekehrt. Es darf vermutet werden, dass er gefunden hat, nach was er gesucht hat. Ergebnis: Die Seite ist das beste Suchergebnis zu dem jeweiligen Suchbegriff. Zeigen nun mehrere Suchende dieses Suchbegriffs das gleiche Nutzungsverhalten, wird die Google Technik wohl die Platzierung des Suchergebnisses, das an Position 1 ist, verschlechtern und das Suchergebnis von Position 3 verbessern. - Daten über die Google Symbolleiste.
Suchende, die an ihrem Browser die Google Symbolleiste installiert haben, werden während der Installation gefragt, ob ihre Nutzungsdaten an Google übermittelt werden dürfen. Sofern diese Option aktiviert ist, weiß Google genau, wie lange sich der PC Besitzer mit welcher Webseite beschäftigt. Diese Erkenntnisse lassen sich in die Berechnung der Platzierung einbringen. - Der Webseitenbesitzer verwendet Google Analytics.
Wenn ein Webseitenbetreiber die Google Analytics Statistik in seine Seiten eingefügt hat, dann weiß Google genau wie viele unterschiedliche Besucher die Seiten haben und wie lange sich die Besucher auf den Seiten aufhalten. Nun kann Google recht einfach einen Vergleich zwischen dieser Statistik und Statistiken der Mitbewerber (sofern die ebenfalls die Google Analytics Statistik verwenden) machen und die Erkenntnisse für die Berechnung der künftigen Platzierung verwenden.
Die Suchmaschinen MSN (also die Suchmaschine von Microsoft) stellte übrigens in einer Konferenz zum Thema neue Suchtechniken ein Verfahren namens “BrowseRank” vor, welches u. a. auch die beschriebene Verweildauer als Berechnungskriterium nutzt. Die Methode der Messung des Benutzerverhaltens hat z. B. gegenüber der Messung der Linkpopularität den Vorteil, dass sie nur schwer beeinflussbar z. B. durch Linkfarmen oder gekaufte Links ist.
Der Beitrag wurde geschrieben von Stefan Bauer.
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